Dienstag, 30. Oktober 2012

Stockholm i mitt hjärta

Heute abend vor fünf Jahren bin ich mit fünf (!) Koffern in Stockholm gelandet. Einige Worte Schwedisch hatte ich im Gepäck, dazu viel Neugier und Lust auf Veränderung. Während dieser fünf Jahre habe ich vieles gelernt, sowohl auf beruflich/fachlicher wie auch auf menschlicher Ebene. Ich habe viele nette und auch einige weniger nette Menschen getroffen, spreche eine neue Sprache und durfte ein wunderbares Land näher kennen lernen. Heute steht in meinem Bücherregal etwa ein laufender Meter Schwedische Literatur und meine Liebe für husmankost sieht man mir inzwischen recht deutlich an. Kurz gesagt: eine tolle Erfahrung!

Trotzdem, nach fünf Jahren wurde es mal wieder Zeit für eine Veränderung und so habe ich vor ein paar Wochen meine Koffer gepackt und meine Zelte wieder in der Mitte Europas aufgeschlagen. Die Verbindung nach Stockholm bleibt mir beruflich erhalten und so wird es mir leicht fallen den Kontakt zu meinen Schwedischen Freunden aufrecht zu halten.

Vi ses i Stockholm!

PS: Für die Schlagerhasser unter euch - das gleiche Lied in einer Rap Version.
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Sonntag, 21. August 2011

Droht jetzt Krieg?

Das schwedische Königspaar war in Urlaub. So weit, so gut.

Doch auf dem Weg von Saint Tropez nach Schweden trug sich unglaubliches zu: der königliche Magen knurrte und so lenkte Carl XVI Gustaf die edle Droschke (für gewöhnlich fährt seine Majestät Wagen aus Stuttgart-Zuffenhausen) in die baden-württembergische Kleinstadt Ladenburg um ein Mahl im Gasthaus "Zum Goldenen Stern" einzunehmen. Doch dort wies man die royale Gesellschaft ab: eine Hochzeitsgesellschaft werde erwartet und kein Tisch sei frei. So kam es, dass die nahegelegene Pizzeria "Da Vinci" hohen Besuch erhielt.

Die Inhaber des Goldenen Sterns wollen sich nun beim schwedischen Hof entschuldigen. Es bleibt zu wünschen, dass der Monarch keine Satisfaktion fordert - es gab schon schwedische Könige, die wegen weniger halb Europa verwüstet haben...

Mein Tipp an alle gekrönten Häupter: bitte in Zukunft im Ausland immer eine Krone tragen - so lassen sich unangenehme Missverständnisse leicht vermeiden!
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Donnerstag, 18. August 2011

Endlich Nachwuchs

Screenshot: www.unibet.se
Kronprinzessin Victoria ist schwanger - hela Sverige hatte sehnsüchtig auf die gute Nachricht gewartet. Die Kunde verbreitete sich heute nachmittag wie ein Lauffeuer auf der Arbeit und nach kurzer Zeit veröffentlichten die schwedischen Online Wettbüros bereits Quoten: die Favoriten heissen Gustav, Oscar, Desireé und Kristina.

Wer jedoch richtig Geld verdienen will muss auf die Aussenseiter setzen. Mein Tipp: der Vorname des schwedischen Fussball-Nationalhelden Zlatan Ibrahimovic bringt eine Quote von 500:1.

Nachtrag 21. August: Da tut sich was - die Zlatan Quote ist mittlerweile schon auf 300:1 gefallen, schnell schnell!
Faites vos jeux!
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Freitag, 8. Juli 2011

Das neue Stadion wächst

Unweit des alten Råsunda Stadions schreiten die Bauarbeiten an der neuen Swedbank Arena weiter, während immer neue Korruptionsvorwürfen aus dem Umfeld bekannt werden.

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Montag, 4. Juli 2011

Dawit Isaak: seit 3571 Tagen in Haft



Ich hatte bereits mehrfach vom Fall des schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak berichtet. Er sitzt seit fast zehn Jahren in einem eritreischen Gefängnis - ohne Anklage und ohne Verurteilung. Bereits seit Jahren versucht das schwedische Aussenministerium erfolglos auf diplomatischen Kanälen die Freilassung Dawits zu erreichen und vor gut zwei Jahren verbündeten sich die Chefredakteure der grossen schwedischen Tageszeitungen und starteten eine grosse öffentliche Kampagne - leider bislang auch vergebens. Die Liste der Unterstützer der Kampagne Free Dawit! ist lang: Bruce Springsteen, Madonna, Benny Andersson (ABBA), Bruce Dickinson (Iron Maiden), Coldplay, Chryssie Hynde (The Pretenders), Midge Ure (Ultravox) - doch noch immer sitzt Dawit unter unmenschlichsten Bedingungen bei einer einzigen Mahlzeit pro Tag in Einzelhaft.

Nun hat Jesús Alcalá, ehemaliger Vorsitzender von Amnesty International Schweden, eine juristische Eingabe an den höchsten Gerichtshof Eritreas verfasst. Dabei beruft er sich auf den mittelalterlichen Rechtsgrundsatz Habeas Corpus, der es vorschreibt, eine verhaftete Person vor einem Gericht zu präsentieren; dieser Grundsatz ist auch in der eritreischen Verfassung verankert. Es mag unglaublich klingen, aber weder die schwedische noch die europäische Diplomatie, weder Amnesty International noch Human Rights Watch haben während der vergangenen neuneinhalb Jahren Rechtsmittel gegen die Inhaftierung eingelegt.

Als Eritrea im Dezember 2010 vier britische Bürger festnahm setzte Grossbritannien auf eine Politik scharfer Sanktionen, unter anderem Reisebeschränkungen für eritreische Diplomaten - vor drei Wochen wurden die Gefangenen frei gelassen. Auch wenn die beiden Fälle nicht vergleichbar sind: viele Schweden denken, dass sich ihre Regierung unzureichend für Dawit einsetzt.
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Dienstag, 7. Juni 2011

Rache ist süss...

Vor gut drei Wochen verlor Schweden das Finale der Eishockey WM mit 1:6 gegen den Erzrivalen Finnland. Schlimmer geht's wirklich nicht (vergleichbar mit einer 1:6 Niederlage für Deutschland im Endspiel der Fussball WM gegen Holland oder Österreich). Heute abend war Wiedergutmachung angesagt: Schweden gegen Finnland in der EM Qualifikation - allerdings im Fussball und da ist Finnland eigentlich bestenfalls zweitklassig. Trotzdem, es ging um die Ehre.

Überraschenderweise befand Nationaltrainer Erik Hamrén den Nationalhelden Zlatan Ibrahimovic für nicht fit und setzte ihn kurzerhand auf die Bank. Doch als Ola Toivonen nach 25 Minuten (beim Stand von 1:0 für Schweden) wegen einer Zehenverletzung ausgewechselt werden musste, kam Zlatan - und zwar gewaltig: nach 10 Minuten hatte er bereits zwei Tore geschossen und trug in der zweiten Halbzeit mit einem weiteren Tor zum Endstand von 5:0 bei. Die schwedische Volksseele wollte Rache und ist zufrieden.

Schweden hat nun 15 Punkte aus 6 Spielen und ist damit zweiter der Qualifikationsgrupp E hinter Holland (18 Punkte aus 6 Spielen). Das Ticket nach Polen kann gebucht werden.
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Donnerstag, 2. Juni 2011

Knugen ljuger

King Carl XVI Gustaf at National Day 2009 CroppedDer schwedischen Monarchie geht es zur Zeit nicht so gut. Das liegt vor allem an regelmässig auftauchenden Vorwürfen, der König hätte sich zusammen mit zwielichtigen Freunden in Stripclubs und Bordellen aufgehalten. Auch von geheimen Orgien ist die Rede und von Verbindungen zur schwedischen Maffia. Die Vorwürfe wurden ursprünglich bereits im November im Buch Carl XVI Gustaf – Den motvillige monarken (Carl XVI. Gustaf - Der widerwillige Monarch) der Journalisten Thomas Sjöberg, Deanne Rauscher und Tove Meyer erhoben. Ursprünglich wollte der König die öffentliche Diskussion einfach ignorieren und fuhr zur Jagd. Schliesslich sah er sich doch zu einer Stellungnahme gezwungen, die jedoch recht erbärmlich ausfiel.

Trotzdem liess das öffentliche Interesse mit der Zeit nach - bis vorige Woche bekannt wurde, dass ein Freund des Königs den Unterweltboss Milan Sevo kontaktiert haben soll. Sein Anliegen: gegen Bezahlung ein Dementi und die Herrausgabe von belastenden Fotos von Mille Markovic, der Hauptquelle des unbequemen Buches, zu erwirken. Es geht unter anderem um den Besuch eines Erotikclubs während der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta, für den es mehrere Zeugen gibt (unter anderem berichtet der Inhaber, dass der König vom Secret Service begleitet wurde).

Am Montag sendete das schwedische Fernsehen ein Interview mit dem König, in dem dieser alle Vorwürfe kategorisch abstritt - allerdings derart hölzern und unglaubwürdig, dass laut einer Umfrage der Tageszeitung Metro drei von vier Schweden glauben, dass der König lügt. Die Hälfte der Schweden wünscht sich, das Carl Gustaf abdankt und Victoria die Regentschaft übernimmt. Fortsetzung folgt.

Knugen ljuger - Der König lügt
Das Wort Knugen ist ein spöttischer Ausdruck für den König (Kungen) und spielt auf seine Rechtschreibschwäche an. Angeblich hat Carl Gustaf einmal seinen eigenen Titel falsch geschrieben (Knugen statt Kungen).
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Mittwoch, 25. Mai 2011

Der grösste anzunehmende Unfall

Immerhin in einer Hinsicht kann Allsvenskan mit anderen europäischen Fussball Ligen mithalten:

Bereits am Ostermontag gab es einen Spielabbruch beim aufgeheizten Duell zwischen dem Aufsteiger Syrianska aus Södertälje und dem hauptstädtischen AIK. Nachdem AIK schon nach 20 Minuten mit 0:1 beim krassen Aussenseiter zurücklag wurde ein Linienrichter von einem Knallkörper am Kopf getroffen und verletzt. Wochenlang schoben sich die beiden Clubs gegenseitig die Schuld zu bis der Fussballverband SvFF in der vergangenen Woche das Spiel mit 3:0 für Syrianska wertete und AIK mit 150.000 Kronen Strafe belegte.

Doch auch der bisherige Tiefpunkt im schwedischen Fussball wurde gestern nochmals unterboten: Beim Spitzenspiel des amtierenden Meisters und Tabellenzweiten Malmö gegen den Vizemeister und aktuellen Spitzenreiter aus der Nachbarstadt Helsingborg erzielte Rachid Bouaouzan in der 30. Minute die Führung für Helsingborg. Daraufhin wurde der vor der Kurve der Heimatfans stehende Helsinborger Torwart Pär Hansson erst von einem Feuerwerkskörper getroffen und dann - während sich der Schiedsrichter nach seinem Wohlbefinden erkundigte - von einem auf den Platz gestürmten 18-jährigen Hooligan angegriffen und niedergeschlagen.

Hela Fotbollsverige ist entsetzt und fragt sich, wie es zu diesen Exzessen kommen konnte. Sportbladet titelt heute ganzseitig auf schwarzem Grund "Så oerhört sorgligt" ("So unerhört traurig", gleichzeitig SOS) und veröffentlicht einen Aufruf von 41 schwedischen Prominenten:
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Dienstag, 3. Mai 2011

Ich glaub es geht los

Stockholm, 3. Mai 2011; 7:25 Uhr
Bereits gestern war es unangenehm kalt und die Menschen trugen wieder in Winterjacken. Heute ist nun Schluss mit lustig: es schneit und der Dreck bleibt sogar liegen!

Mir reicht es, ich werde eine Beschwerde beim Wetteramt einlegen. Nicht mit mir!
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Montag, 25. April 2011

Bilkörningspremiären

Die Öresundbrücke während der Überfahrt
Auch nach dreieinhalb Jahren in Schweden gibt es noch neue Erlebnisse: heute bin ich zum ersten Mal mit dem Auto nach Schweden gefahren - von Bitburg nach Stockholm, exakt 1540 Kilometer.

Los ging es heute morgen um 4:15 Uhr und bereits um 9:20 Uhr war ich in Puttgarden an der Fähre. Gegen 10:45 ging es dann auf dänischer Seite weiter und ich bin trotz der 90 Minuten Stau bei Nörrköping um 19:15 nach genau 15 Stunden in Stockholm angekommen.

Natürlich hatte ich beste Gesellschaft: die Foo Fighters, Rod Stewart, die Doobie Brothers, Yes, die Beatles, Amy MacDonald, Stevie Wonder, Heinz Rudolf Kunze, Alison Moyet, AC/DC, Muse und John Lee Hooker sind mitgefahren. War doch OK, oder? Trotzdem werde ich nächstes Mal wieder fliegen: dauert mir etwas zu lange und ausserdem ist fliegen viel billiger.

Bilkörningspremiären - die erste Autofahrt (recht frei übersetzt)
[Aussprache: biel-schörnings-premjären]
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Samstag, 19. März 2011

Looptroop Rockers - On Repeat


Im neuen Song der schwedischen Hip-Hoper Looptroop Rockers beschäftigt sich die Band mit dem Aufkommen rassistischer Tendenzen in der schwedischen Gesellschaft. Das Video ist ein starker Zusammenschnitt von Bildern aus dem dritten Reich und von heutigen Politikern. Immer wieder zu sehen ist Jimmie Åkesson, der Vorsitzende der rechtsradikalen Sverigedemokraterna. Deren Unterstützer finden das gar nicht lustig und so ist der Youtube Kanal des Plattenfirma zur Zeit das Forum einer erbitterten Diskussion zwischen schwedischen Nazis und Antifaschisten.
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Freitag, 18. März 2011

Ich krich ne Krise

Stockholm, eine Woche vor Frühlingsanfang...
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