
Die beiden schwedischen Autobauer SAAB und Volvo haben eine lange und wechselhafte Geschichte:
SAAB wurde in den 30er Jahren als Flugzeugfirma gegründet, wenig später wurden auch PKW und LKW gefertigt. Der SAAB 99 war 1976 das weltweit erste Serienauto mit Turbomotor. 1990 verkaufte der Konzern zunächst eine 50% Beteiligung an der PKW Sparte an General Motors, im Jahr 2000 übernahm GM auch den Rest. In den letzten 20 Geschäftsjahren hat SAAB Automobile 19 mal einen Verlust ausweisen müssen; so wurde im Laufe der Zeit Forschung und Entwicklung immer mehr zurückgefahren und die heutigen SAAB 9-3 und 9-5 sind auf GM/Opel Plattformen aufgebaut.
Ähnlich traurig liest sich die Volvo Geschichte: Bereits in den 20ern baute man LKW und Busse, später auch Autos. Ende der 90er entschloss sich der Konzern, sich auf Nutzfahrzeuge zu konzentrieren, dazu wurde Volvo Cars an Ford verkauft, im Gegenzug kaufte man die Nutzfahrzeugsparten von Renault und Nissan. So kommt es, dass Volvo Autos heute zum Ford Konzern gehören, während Renault und Nissan LKW von der Volvo Group gebaut werden.
Heute haben GM und Ford bekannt gegeben, dass sie die finanzielle Unterstützung für SAAB und Volvo einstellen werden, für beide wird der Konkurs erwogen. Das ist besonders für den Raum Göteborg kritisch, denn neben SAAB Automobile, Volvo Cars und Volvo Group haben dort auch SKF und viele andere Zulieferer ihren Sitz. Die schwedische Regierung hat es zunächst abgelehnt die Autofirmen zu übernehmen und stattdessen die Mutterkonzerne beschuldigt ihre schwedischen Töchter "im Stich zu lassen". Ein nationales Drama bahnt sich an.
(Das Foto zeigt den legendären "Buckelvolvo" PV544, der von 1944 bis 1965 gebaut wurde)