Im Jahr 1999 schaffte der damalige schwedische Meister AIK aus dem Stockholmer Vorort Solna eine kleine Sensation: man schlug in der Qualifikation zur Champions League Gruppenphase erst den weissrussischen Meister Mogilev und dann immerhin AEK Athen. In der Gruppenphase hatte Gnaget (Das Nagetier, so der AIK Spitzname) es dann mit dem FC Barcelona, Arsenal London und der Fiorentina aus Florenz zu tun. Zwar wurde der einzige Punkt beim 0-0 gegen den späteren ManU und Valencia Bezwinger Fiorentina gewonnen, doch auch gegen Arsenal (2-3 und 1-3) und Barcelona (1-2) spielte AIK frech auf. Dabei führte AIK bis zur 86. Minute mit 1-0 gegen Barcelona und hielt bis zur 90. Minute ein 1-1 auswärts in London! Viele Fans schwärmen noch heute von den grossartigen Heimspielen im Råsundastadion.Nun will AIK als Meister 2009 den Coup von damals wiederholen. Da in Skandinavien die Fussballsaison wie in Russland von März bis Oktober gespielt wird steht die Qualifikation zur Champions League erst zur Mitte der nächsten Saison an und so bleibt noch reichlich Zeit zur Planung. Und was braucht es um erfolgreich Fussball zu spielen? Natürlich Bargeld (siehe: VfL Wolfsburg). Und so hat AIK kürzlich mit Hilfe einiger betuchter Fans rund 15 Millionen Kronen (1,5 Millionen Euro) Schulden umfinanziert um flexibel zu bleiben. Was sich im Fussballumfeld wie Kleingeld anhört ist für den stark überschuldeten Club schlicht überlebenswichtig. Der an der Aktienbörse notierte Verein hat nämlich bei einem Börsenwert von umgerechnet 45 Millionen Kronen im letzten Jahr - trotz Meisterschaft und Pokalsieg - 12 Millionen Kronen Verlust gemacht. Neben den Aktionären gingen 2009 auch die Spieler leer aus: der versprochene Meisterschaftsbonus wurde nach Ende der Saison einfach gestrichen.
Ich habe AIK im letzten Jahr zwei Mal spielen sehen (damals noch mit dem inzwischen abgegebenen argentinischen "Superstar" Ivan Obolo) und denke die Mannschaft hätte ernsthafte Schwierigkeiten in der dritten deutschen Liga zu überleben. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Herrausforderungen.
Auch die Eishockey Abteilung von AIK fühlt sich zu Höherem berufen. Nach dem Abstieg in die zweite Liga Allsvenskan im Jahr 2002 versuchte man wiederholt unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel wieder aufzusteigen - ohne Erfolg. Nun hat der Verein den schwedischen Ishockeyförbund gebeten, im nächsten Jahr in der russischen Profiliga spielen zu dürfen. Der Verband hielt das jedoch nicht für eine gute Idee und so muss sich AIK Ishockey weiter dem sportlichen Wettbewerb in den Niederungen der heimischen Allsvenskan stellen.
(1 Euro entspricht heute ca. 9,75 schwedischen Kronen).





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