Montag, 15. März 2010

Dawit Isaak: 3095 Tage in Haft

Grafik: www.freedawit.com
Vor einem knappen Jahr hatte ich erstmals über das Schicksal des schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak geschrieben. Er sitzt seit über 3000 Tagen in Eritrea in Haft: den Hintergrund gibt es hier. Diesen Monat erhielt Dawit den Meinungsfreiheitspreis des norwegischen Schriftstellerverbands. "Wir wünschen uns, dass die Welt ihn nicht vergisst", so die Vorsitzende des Verbands. Bereits im November 2009 hatte die schwedische Sektion des P.E.N. Dawit mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für verfolgte Schriftsteller ausgezeichnet.

Die schwedische Diplomatie wehrt sich gegen den Vorwurf, nicht genug für Dawit zu tun. Doch was immer die schwedische Regierung bislang unternommen hat scheint den eritreischen "Präsidenten" Isaias Afwerki ohnehin nicht zu beeindrucken. In einem Interview im Mai 2009 erklärte er: "Wir werden keinen Gerichtsprozess zulassen und wir werden ihn nicht frei lassen. Wir wissen, wie man mit seiner Art umgeht. (...) Für mich ist Schweden irrelevant. Die schwedische Regierung hat nichts mit uns zu tun".

Wikipedia schreibt zu Eritrea unter anderem:

Menschenrechtslage
Laut Reporter ohne Grenzen nimmt das Land in der Rangliste der Pressefreiheit 2009 den 175. und damit letzten Platz ein – hinter Turkmenistan und Nordkorea. Gemäß Amnesty International werden Regierungskritiker, Deserteure und Eritreer, die im Ausland um Asyl ersucht haben, inhaftiert und gefoltert. Insgesamt betrachten viele internationale Beobachter das politische System in Eritrea als repressiv oder gar als Diktatur. Die Regierung hält dem entgegen, dass sich Eritrea nach wie vor im Übergang zur Demokratie befinde, von Äthiopien bedrängt werde und sich deswegen bis heute praktisch im Krieg befände. Die Beziehungen Eritreas zu seinen Nachbarstaaten sind gespannt. Ein Sturz der jungen Regierung würde dadurch verhindert werden. Jedoch werden in Eritrea systematisch gravierend Menschenrechte verletzt. Der US Menschenrechtsreport berichtet u.a. von außergesetzlichen Exekutionen und Folter bis zum Tod. 10% der einheimischen Bevölkerung sind zudem militarisiert.

Religionsfreiheit
Religiöse Minderheiten, welche nicht zu den offiziell zugelassenen gehören, vor allem evangelikale Gruppen sowie Zeugen Jehovas, sind, besonders seit 2002, von staatlichen Repressionen betroffen. Tausende evangelikale Christen wurden mehreren Berichten zufolge aufgrund ihres Glaubens monate- oder jahrelang eingesperrt und gefoltert. Zu den wegen ihres Glaubens Inhaftierten gehörte Anfang 2008 auch eine Gruppe von etwa 70 Muslimen, die sich weigerten, den von der Regierung eingesetzten Mufti als ihr Oberhaupt anzuerkennen. In dem jährlich veröffentlichten Open Doors Weltverfolgungsindex (WFI), welcher die Länder mit der stärksten Christenverfolgung aufzeigt und analysiert, liegt Eritrea im Jahre 2009 an neunter Stelle. Demnach gehört das Land zu den Ländern auf der Welt, in denen Christen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit am stärksten verfolgt, eingesperrt und gefoltert werden.
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3 Kommentare - Vielen Dank!:

  1. Eritrea verfolgte schon immer verbissen seine Ziele und das bescherrte Eritrea die Souveränität wieder. Die Eritreer mussten auf sich gestelt dreissig Jahre lang für ihre Freiheit kämpfen und teuer bezahlen, während die zivilisierte Welt vor den menschenverachtenden Menschenrechtsverletzungen einer ganzen Nation wegschaute und stur fest daran glaubte, dass Eritrea seine Ziele nicht erreichen würde! Doch einen souveränen Staat Eritrea auf der Weltkarte wirkt in der UN-Geschichte wie eine Narbe im Gesicht und die Blinden von Damals sind Heute bemüht sich einen Eritreer aus dem Gefängnis frei zu boxen, nicht weil es um Menschenrechte geht sondern weil das Gefängnis in einen souveränen Eritrea befindet.Die Souverenität Eritreas liesse es sich nicht verhindern, deswegen versucht man es in den Dreck zu ziehen, in dem man auf den Rücken Dawit Isaak's austrägt. Eritreas stärke war immer das eritreisches volk und die Aroganz des Feindes! Auch die selbst ernante zivilisierte Welt wird sich diese historischen Fakten und natürliche Folgen stellen müssen!
    MfG K.T.
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  2. Ich lass das mal so stehen, ich denke es ist für jedermann erkennbar wer hier seinen Kommentar hinterlässt.

    Kein historisches Unrecht kann als Rechtfertigung dienen um die Menschenrechte mit Füssen zu treten. Dawit sitzt ohne Gerichtsverfahren in Haft, weil er das politische Regime kritisiert hat.
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  3. An Jedermann, ich bin Eritreer und lebe seit 1980 in Frankfurt am Main. Ich kenne Dawitsstatus in Eritrea u sein Existenzaufbau einer Druckerei in Eritrea. Ich unterhalte mich auch mit Leuten, die Ihn in Eritrea gut kannten.Aber es scheint, dass sie wie die schwedischen Medien glauben, der eritreischen Regierung was vorschreiben zu können.
    Die Zeit wird uns eines besseren belehren, ob Dawits Fall politisch sei oder nur instrumenatlisiert wird.

    Wenn es Ihnen nur um die Menschenrechte der Gegenwart geht, sollten Sie mal die Menschrechtsverletzungen im Irak, Guantanamo, USA... statiskhalber erwähnen.
    MfG K.T.
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