Montag, 4. Oktober 2010

Ut med Jimmie

Heute trat das neu gewählte schwedische Parlament erstmals zusammen und die erste Amtshandlung war die Wahl des Parlamentssprechers. Dabei waren sowohl  Socialdemokraterna (als stärkste Fraktion im Riksdag) als auch Moderaterna (als stäkste Partei des Mehrheitsblocks) der Meinung, ihnen stünde dieser zweithöchste repräsentative Posten im Land (nach dem König) zu. Also gab es eine Kampfabstimmung zwischen den Kandidaten der beiden grossen Parteien und damit hatten Sverigedemokraterna gleich in der ersten Abstimmung ihren grossen Auftritt: keine der beiden grossen Blöcke hat eine eigene Mehrheit und den Radikalen fällt die Rolle des Züngleins an der Waage zu. Sichtlich Gefallen daran fand der SD Vorsitzende Jimmie Åkesson, der seine Stimme vor zahlreichen Pressefotografen abgab.

Schliesslich gewann Per Westerberg, Kandidat der Moderaterna mit 21 Stimmen Mehrheit. Doch wie kam es dazu? Nun, ein Abgeordneter der Sozialdemokraten war abwesend, eine Linksabgeordnete befand sich auf der Toilette und ein Abgeordneter aus dem Block de rödgröna stimmte für den konservativen Kandidaten. Und somit wären die Stimmen der SD gar nicht notwendig gewesen. Ein Schelm, wer eine Verschwörung der demokratischen Parteien zum Schutz des Ansehens des höchsten gewählten politischen Repräsentanten vermutet...

Währenddessen gab es heute am Sergelstorg wieder eine grosse Demonstration gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Mehrere Stunden protestierten tausende gegen Sverigedemokraterna und sangen "Ut med Jimmie, sha-la-la-la-la” (Raus mit Jimmie [Åkesson], sha-la-la-la). Schliesslich zog man gegen Abend in einem Protestmarsch zum Riksdag.
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