
Heute ist
Fettisdagen (Fastnachtsdienstag) und da isst man in Schweden
Semlor oder
Hetvägg, ein mit Mandelmasse und sehr süsser Sahne gefülltes Hefegebäck. Traditionell wurden Semlor am letzten Tag vor Beginn der Fastenzeit gegessen, heute erscheinen sie jedoch schon gleich nach Weihnachten in den Bäckereien und sind bis Ostern erhältlich. Die traditionelle Darreichung ist in einem tiefen Tellen in warmer Milch schwimmend, aber das ist mir zu matschig.
Aus dem Jahr 1771 ist ein besonderer Zwischenfall am
Fettisdag überliefert: König Adolf Fredrik feierte seine Rückkehr von einem längeren Kuraufenthalt mit einer königlichen Mahlzeit aus Bückling, Kaviar, Hummer und einem Gericht aus Sauerkraut mit gekochtem Fleisch und Steckrüben. Und weil gerade
Fettisdagen war, gab es natürlich des Königs liebste Nachspeise:
Semlor. Der König verspeiste vierzehn Semlor in warmer Milch und trank dazu eine Flasche Champagner. Einige Stunden später wurde seine Majestät von Magenkrämpfen und Unwohlsein befallen, erlitt schliesslich einen Schlaganfall und verstarb. Im Bulletin des Hofes hiess es später:
"Hans Majestäts dödsfall har skett av indigestion av hetvägg, surkål, rofvor, hummer, kaviar, böckling och champagnevin" ("Der Todesfall ihrer Majestät ist auf Magenverstimmung nach Verzehr von
Semlor, Sauerkraut, Rüben. Hummer, Kaviar, Bückling und Champagner zurückzuführen").
Hört sich aber eigentlich doch alles recht lecker an, oder? Ich hätte vielleicht die Rüben weg gelassen.
Drüben bei
Herbert Kårlin findet sich eine sehr schöne Semlor Backanleitung.
Foto: Frugan