Freitag, 8. Juli 2011

Das neue Stadion wächst

Unweit des alten Råsunda Stadions schreiten die Bauarbeiten an der neuen Swedbank Arena weiter, während immer neue Korruptionsvorwürfen aus dem Umfeld bekannt werden.

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Montag, 4. Juli 2011

Dawit Isaak: seit 3571 Tagen in Haft



Ich hatte bereits mehrfach vom Fall des schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak berichtet. Er sitzt seit fast zehn Jahren in einem eritreischen Gefängnis - ohne Anklage und ohne Verurteilung. Bereits seit Jahren versucht das schwedische Aussenministerium erfolglos auf diplomatischen Kanälen die Freilassung Dawits zu erreichen und vor gut zwei Jahren verbündeten sich die Chefredakteure der grossen schwedischen Tageszeitungen und starteten eine grosse öffentliche Kampagne - leider bislang auch vergebens. Die Liste der Unterstützer der Kampagne Free Dawit! ist lang: Bruce Springsteen, Madonna, Benny Andersson (ABBA), Bruce Dickinson (Iron Maiden), Coldplay, Chryssie Hynde (The Pretenders), Midge Ure (Ultravox) - doch noch immer sitzt Dawit unter unmenschlichsten Bedingungen bei einer einzigen Mahlzeit pro Tag in Einzelhaft.

Nun hat Jesús Alcalá, ehemaliger Vorsitzender von Amnesty International Schweden, eine juristische Eingabe an den höchsten Gerichtshof Eritreas verfasst. Dabei beruft er sich auf den mittelalterlichen Rechtsgrundsatz Habeas Corpus, der es vorschreibt, eine verhaftete Person vor einem Gericht zu präsentieren; dieser Grundsatz ist auch in der eritreischen Verfassung verankert. Es mag unglaublich klingen, aber weder die schwedische noch die europäische Diplomatie, weder Amnesty International noch Human Rights Watch haben während der vergangenen neuneinhalb Jahren Rechtsmittel gegen die Inhaftierung eingelegt.

Als Eritrea im Dezember 2010 vier britische Bürger festnahm setzte Grossbritannien auf eine Politik scharfer Sanktionen, unter anderem Reisebeschränkungen für eritreische Diplomaten - vor drei Wochen wurden die Gefangenen frei gelassen. Auch wenn die beiden Fälle nicht vergleichbar sind: viele Schweden denken, dass sich ihre Regierung unzureichend für Dawit einsetzt.
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